Jahreskreisfeste

Die Jahreskreisfeste – Im Sonnenlauf

Jahreskreisfeste

Der neue Jahres-Zyklus beginnt. Samhain wird gefeiert, wenn die Natur fast den Atem anhält, die Stille schwer über dem Land liegt und sich alles beginnt, nach innen zu richten. Allerseelen ist das große Ahnenfest. In diesem stillen, lauschenden Fest erinnern wir uns an all die Menschen, die vor uns gelebt haben, wir lernen loszulassen. Es ist eine Reise in die Welt unserer Vorfahren.
Vorbereitung mit Kindern
Im Herbst halten wir uns mit den Kindern für einige Wochen im Tuniswald auf. Ziel ist dabei, dass die Kinder hautnah erleben, wie die Bäume und Sträucher ihr Blätterdach gelb, orange, rot und braun verfärbt und der Wald immer lichter und durchlässiger wird. Das grüne Volk zieht ihren Lebenssaft aus den Blättern in
die Wurzeln hinein, die tief in der Erde verankert sind. Nur so können sie den Winter überstehen. Bis schließlich alle Blätter auf dem weichen Waldboden liegen und schützend die Erde bedecken, dauert es einige Zeit. Auch die Blumen und Gräser bereiten sich auf die kommende kalte Jahreszeit vor, sie ziehen sich ebenso in die Erde zurück. Die Kinder sehen und hören die Vögel, die sich sozusagen vom Acker machen, oder aber auf den kommenden Winter vorbereiten, wenn sie bei uns bleiben. Auch die anderen Tiere bereiten sich fleißig auf den Winter vor. Sie fressen sich eine dicke Fettschicht an, bekommen ein dichteres Fell, bauen sich warme Höhlen und sammeln Wintervorräte. Viele kleine Krabbeltiere sind schon bald nicht mehr zu sehen und manche werden zunehmend langsam, sie nehmen Abschied und verstecken sich in der Erde bis zum nächsten Frühjahr ……. und jeden Tag wird es ein kleines bisschen kälter. Die Kinder riechen nun die Herbstzeit und spüren den Wind um die Nase.

Besuch von Zwerg Wurzelfein

Unser Gabentisch

Zwerg Wurzelfein

lauschen in die Bäume

Pilze im Herbst

Die Wintersonnwende wird in der dunkelsten Nacht des Jahres begangen. Zu diesem Fest beginnt die Winterzeit und die Geburt der wiederkehrenden Sonne wird gefeiert. Denn bis zu diesem Tag sorgt die Sonne immer weniger für Tageslicht, während die Nacht immer länger anhält. Nach dem 21. Dezember wird die Sonne wieder stärker, geht täglich früher auf und scheint mit jedem Tag ein bisschen länger.
Vorbereitung mit Kindern
Mit den Kindern erleben wir im täglichen Morgenkreis die aufgehende Sonne. Die Zeit zwischen Allerseelen und Wintersonnwende ist für uns eine ganz besondere Zeit, denn mit jedem neuen Tag geht die Sonne etwas später auf, sodass wir etwa zwei Wochen vor dem Fest der Wintersonnwende morgens noch in vollkommender Dunkelheit unseren Morgenkreis beginnen. Kleine Kerzen in der Mitte schenken uns ihr Licht und Stille umgibt uns, die Erde hält den Atem an. Die Bäume und Sträucher um uns herum sind bereits völlig ohne Blätter, es sind keine Blumen mehr zu sehen und die Tiere schlafen noch, solange es dunkel ist. Viele Vögel sind schon in den Süden gezogen, während sich andere wiederum so langsam in den Winterschlaf begeben. Die kleinen Krabbeltiere und Insekten
schützen sich schon längst unter der wärmenden Erde oder im morschen Holz und begeben sich in die Winterstarre. Nur sehr selten wagt sich ein kleines Krabbeltier in Richtung Sonne hervor. Wir sind bereits in warme Kleidung gehüllt, mit Mütze, Handstulpen und wärmeren Schuhen. Dies ist die Zeit des Geschichtenerzählens am wärmenden Feuer und des Singens von Liedern, die vom Helfen und Teilen erzählen.

Nun wird es hell in unseren Herzen

Gabentisch

Wir schenken das wärmende Licht weiter

Wir teilen das Licht

Mit diesem Fest begrüßen wir das junge Licht des Tages. Die Sonne gewinnt ganz langsam ihre Kraft zurück, die Tage werden wieder länger und nun kann man es auch deutlich wahrnehmen. Lichtmess ist ein Fest der Weihe und der Reinigung. Nach dem langen Winter, in dem alle Fenster fest verriegelt wurden, wird jetzt gut und ausgiebig gelüftet und Haus und Hof mit reinigendem Räucherwerk geräuchert.
Vorbereitung mit Kindern
Es ist kalt, die Erde ist gefroren und mit Schnee zugedeckt. Wir ziehen uns sehr warm an mit Schneeanzug, Wollmütze, dicken Handschuhen und Winterstiefeln. Durch die vielen Kleiderschichten sind wir in unserer Bewegung eingeschränkt. Dadurch sind wir in vielem, was wir tun, langsamer, so wie sich in der Natur um uns herum auch alles langsamer bewegt oder sogar erstarrt. Dies ist die Zeit, wo das Wasser in jeder Pfütze und sogar am Bodenseeufer gefriert. Mit ein bisschen Glück können wir am Schwedi zum Eislaufen gehen oder auf dem Bodensee gemeinsam vespern. Nun ist die Zeit, um die Tiere zu füttern. Die Rabenkrähen werden mit Nüssen und Äpfel versorgt und die Eichhörnchen bekommen ebenfalls ihr eigenes Futterbrett. Für die Amseln, Spatzen und Rotkehlchen stellen die Kinder Vogelfutter her, das sie in Kiefernzapfen stopfen und für die Vögel in die Bäume hängen. Zu Lichtmess stellen die Kinder ihre eigenen Schutzkerzen aus Bienenwachs her, die dann gesegnet werden.

Gabentisch

Zwerg Wurzelfein besucht uns

eigene Schutzkerze aus Bienenwachs

Die ersten Knospen

An der Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche ist der Tag gleich lang, wie die Nacht, es ist das letzte Fest im dunklen Halbjahr, danach werden die Tage wieder länger, als die Nächte. Die Frühlingskräfte haben gewonnen und alles beginnt zu wachsen. Das Ei, Symbol der Ganzheit, des Neubeginns und des Lebens spielt jetzt eine große Rolle.
Vorbereitung mit Kindern
Zwischen Lichtmess und Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche beobachten wir mit den Kindern die festen, geschlossenen Knospen an den Bäumen und Sträuchern. Mit jedem neuen Tag können wir junge, hellgelbe Blüten und hellgrüne Blätter entdecken, die sich aus den sich zart öffnenden Knospen enthüllen. Dieses Naturschauspiel ist für die Kinder sehr spannend zu beobachten. Sie erleben, wie die Natur ganz heimlich erwacht. Ab Mitte März halten wir uns wieder für einige Wochen im Tuniswald auf, um intensiv mitzuerleben, wie der Wald wieder sein Blätterdach bekommt, wie alles grün wird und sich die ersten Frühlingsblumen wie Winterling, Buschwindröschchen und Waldmeister einen Weg aus dem mit den Blättern vom letzten Herbst bedeckten Waldboden suchen und zu blühen beginnen. Wir entdecken bereits viele kleine Krabbeltiere auf dem Waldboden und beobachten die Vögel, die nun ganz eifrig ihre Nester bauen und mit dem Brüten beginnen. Als Zeichen für das Leben bemalen wir Eier mit Naturfarben, die wir selbst herstellen und verschenken Diese.

Eier sind das Symbol für das Leben

Die Kinder fühlen den Baum

Ob das Mädchen wohl den aufsteigenden Lebenssaft hören kann

Die Kinder lauschen sehr aufmerksam und gespannt unseren Geschichten

Täglich wandern wir mit den Kindern durch den Wald

Walpurgis, auch Hexenbrennen genannt, ist das Fest der Freude, der Lust, der Fruchtbarkeit, des Lebens und der Ekstase. Der Himmel vereinigt sich mit der Erde und der Maibaum, die Birke, mit seiner kranzumfassenden Spitze, ist das
Symbol dafür. Alles in der Natur blüht, wächst und gedeiht und das wird mit großem Spektakel gefeiert.
Vorbereitung mit Kindern
Die Sonne bekommt nun viel Kraft und wenn sie scheint, wird es schnell warm, dann heißt es raus aus der Buddelhose und der warmen Jacke und weg mit der Mütze. Mit jedem Tag, den es wärmer wird, können die Kinder weniger anziehen und das spüren sie auch an ihrer Bewegungsfreiheit. Jetzt können sie wieder viel schneller auf die Bäume klettern und herumspringen. Die Kinder erleben täglich das Wachstum in der Natur, gerade um diese Jahreszeit können sie förmlich zusehen, wie sich die Pflanzen entwickeln, verändern und in die Höhe wachsen. Wir achten in dieser Zeit sehr darauf, wo wir auf die Erde treten, denn jeden Tag entdecken wir neue Blüten und Farben, die Welt wird bunt. Zudem wimmelt es nun wieder überall von Würmern, Tausendfüßlern, Schnecken und Käfern. Unsere Erdenkinder lieben es, Diese genau zu beobachten. Ebenso schauen wir sehr auf die Vögel, die nun ganz eifrig ihre Jungen füttern. Das Walpurgisfest feiern wir um unseren Apfelbaum herum. Wir bekommen Besuch von den Naturwesen und tanzen einen Reigen- und Bändertanz. Wir sind dankbar für das Leben.

Wir tanzen einen Bändertanz

Die Kinder backen Frühlingskräuterpfannkuchen

die Fichtenspitzen wachsen

unsere eigenen Blumentöpfe

Die Sommersonnwende findet am längsten Tag und an der kürzesten Nacht des Jahres statt, sie ist somit also der Spiegel des Wintersonnwendfeuers. Die Sonne steht an ihrem höchsten Punkt, es ist der Wendepunkt des Lichts. Was in diesem Jahr gesät wurde, steht jetzt in voller Blüte und will hin zur Reife wachsen. Alles ist lebendig und voller Kraft, trägt aber in sich schon das natürliche Ende. Für viele Kräuter beginnt nun die Erntezeit.
Vorbereitung mit Kindern
Endlich dürfen die Kinder barfuß sein, denn die Sonne sorgt mit ihren warmen Sonnenstrahlen für einen angenehm warmen Boden. Es wird Sommer, alles wächst und gedeiht, das Leben fühlt sich leicht und beschwingt an. Wir freuen uns an den schönen Tagen, an denen wir mit Leichtigkeit durch die Welt wandern. Bis zur Sommersonnwende sind auch die Tiere sehr geschäftig, sie
füttern ihre Jungen in den Nestern und haben damit viel zu tun. Wir beobachten Schmetterlinge und Libellen, Bienen und viele andere Insekten. Bei der Sommersonnwende danken wir der Sonne, als Symbol entzünden wir ein großes Freudenfeuer und springen drüber hinweg. Laut und mit viel Freude danken wir allem Leben.

Elfenwaffeln zur Sonnwendfeier

Zum Ende des Tages gehen wir in die Stille

Besuch von Mutter Sonne

Jeder Sonnenstrahl steht für einen Dank der Kinder

Mit dem Schnitterfest wird das grüne Volk, insbesondere die Kräuter und Ähren, gefeiert und geweiht. Der Höhepunkt der Reifung ist der rechte Zeitpunkt für das Ernten der Kräuter. Um uns herum steht alles in Blüte und Fülle, jetzt beginnt die Erntezeit.
Vorbereitung mit Kindern
Es ist Hochsommer und oft sehr warm und trocken. Wir freuen uns über die Besuche am Bodensee, wo zur Abkühlung meistens ein bisschen Wind weht. Oft halten wir uns am Seeufer auf, wo die Kinder barfuß unterwegs sind und sich im Wasser Abkühlen können. Die jungen Vögel sind längst schon geschlüpft und wir begegnen am Ufer oft den Enten- und Schwanenfamilien. Zu dieser Jahreszeit finden die Kinder viele, schöne Federn von Schwänen, Stockenten und Möwen, die jetzt bereits ihr Federkleid erneuern. Bei uns am Basisplatz ist es bis zum Schnitterfest die Aufgabe der Kinder, die Kräuter in unserer Kräuterspirale zu hüten. Sie pflegen Diese ab dem frühen Frühjahr und geben ihnen Wasser, damit sie gut gedeihen können. Ob Salbei, Pfefferminze, Lavendel oder Zitronenmelisse… für ihren morgendlichen Tee pflücken die Kinder die Kräuter ab dem Frühling immer frisch. Für uns findet am Schnitterfest die Haupternte unserer Kräuter statt. Wir binden unseren Kräuterbuschen und stellen somit unser eigenes Räucherwerk für das kommende Kindergartenjahr her, hierfür sind wir Mutter Erde sehr dankbar.

Dank an die Mutter Erde

Festmahl unserer mitgebrachten Gaben

Wir fühlen, riechen, sehen und schmecken die Kräuter

Kräuterernte

Zum zweiten Mal in diesem Jahr herrscht der Gleichgewichtszustand bei dem Tag und Nacht gleich lang sind, alles ist ausgewogen. Wir befinden uns wieder an einem Wendepunkt, ab nun werden die Tage kürzer und die Nächte länger. Die Ernte ist nun eingebracht, die Arbeit des Sommers ist getan. Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche ist ein Fest der Fülle und der Farben, der Fröhlichkeit und des Miteinander Teilens.
Vorbereitung mit Kindern
Der heiße Sommer ist nun vorbei. Am frühen Morgen ist die Wiese noch nass und die Luft schon etwas kühl. Wir spüren, dass sich der Sommer dem Ende zuneigt. Die Sonne scheint bereits nicht mehr so heiß, wir brauchen inzwischen wieder lange Hosen und Pullis. Dies ist die Zeit, in der wir uns morgens wärmer anziehen und gegen Mittag schon wieder die Schuhe von den Füßen streifen, weil die Sonne nochmals an Kraft gewinnt. Auf den Feldern wird nun fleißig die Ernte eingebracht, es gibt Obst und Gemüse in Hülle und Fülle und wir freuen uns über die reiche Ernte in unseren Gärten. Die ersten Vögel bereiten sich schon auf die Reise in den warmen Süden vor und die Eichhörnchen beginnen überall Futter für den kommenden Winter zu hamstern. Zum Erntedankfest wird gesungen und getanzt, dazu gehören ein Festmahl und lachende Kinder.

Unser Festmahl

Erntekörbchen für die Tiere mitgebracht

gepflückter Apfel

Wir danken der reichen Ernte

Apfelernte